Samstag, 20. Juni 2015

Shincha-Festival 2015 bei KEIKO – 30. Mai 2015


Zum Shincha-Festival bei KEIKO hat Teefreund Oliver Konietzko einen interessanten Bericht geschrieben - vielen Dank Oliver und viel Spaß beim Lesen!



Zum wiederholten Male öffnete KEIKO fast alle seine Türen, um die Ankunft des Shincha gebührend zu begrüßen.
Der "Beaujolais primeur" unter den (japanischen) Grüntees wird jedes Jahr in Japan groß gefeiert, ist in diesem Jahr aber etwas später dran gewesen – was Familie Hastenpflug und dem gesamten KEIKO-Team viele Überstunden bescherte, damit der Shincha nach Ankunft in Deutschland innerhalb kürzester Zeit, und spätestens zum Festival, in den Regalen steht.
Schon vor dem Firmengebäude bot sich den mehreren Hundert Besuchern, die zwischen 11 und 19 Uhr den Weg nach Diepholz fanden, ein stimmungsvoller Anblick in Form des Kranichgartens, einer japanischen Gartenanlage, die seinem Original in Kyoto nachempfunden ist.


Jeder Besucher bekam zur Begrüßung einen kleinen kalten Shincha gereicht und hatte dann die Gelegenheit, sich etwas aus dem abwechslungsreichen Programm aus Workshops rund um Grüntee, Vorträgen oder einer Führung durch das weitläufige Firmengebäude auszuwählen.
Im hinteren Teil des Gebäudes wurden durchgehend Erfrischungen angeboten, wie natürlich Sushi, Grüntee-Kuchen oder eben die diversen Tees (inkl. Shincha) sowie unterschiedliche kalte und warme Matcha-Spezialitäten.



Bereits die Führung durch die Räumlichkeiten offenbarte eine Besonderheit: KEIKO mahlt seinen Matcha als einziger Anbieter in Europa selbst! Die Mühlsteine aus Granit (der sich beim Mahlen nicht erwärmt und den Tee so nicht verbrennen kann) arbeiten aber auch außerhalb Japans nicht schneller, so dass 30 Gramm als Ergebnis je Stunde den hohen Preis von einer entsprechend großen Dose mit dem kostbaren Pulver rechtfertigen. Näheres zu Matcha und Kabusepulver konnte man im gleichnamigen Workshop sowie im Workshop „Grüntee in der Küche“ erfahren.
Marieke und Stéphane führten mehrfach durch die Verkostung einer Auswahl von mittlerweile drei Shinchas sowie dem Rohtee Aracha. Um die Fehler des Tees herauszuschmecken, wurde der Tee stärker aufgegossen geschlürft.
Um 12 Uhr gab Florian Patzke einen interessanten Einblick in „Japanische Teekeramik“. Was jetzt erstmal nicht so spannend klingt, erwies sich als gelungen und unverkrampft präsentiert. Drei Jahre Japan-Aufenthalt führten zu seinem großen Interesse am Töpfern japanischer Keramiken. Auf den Inseln am anderen Ende der Welt wird i.d.R. heißer gebrannt und ganz anderer Ton verwendet, der sich so in Deutschland nicht findet. Wer also meint, jetzt einfach einen Container Ton in Japan zu ordern, erfuhr, dass dieser in „unverarbeitetem“ Zustand vom Zoll abgelehnt wird … und somit seinen Rückweg antreten muss. Formt man aber einfach mal ein paar Hundert oder auch Tausend Teeschälchen vor, dann ist es Kunst und muss nicht weg, sondern darf eingeführt werden.

Überhaupt, die Kunst! Denn das sind die Schalen in unterschiedlichen Formen in Japan ganz sicher. So ernten heiratswillige Frauen auch bewundernde Blicke, wenn sie angeben, einen Töpfer heiraten zu wollen. Wofür in Deutschland häufig nur 50 Euro je Stück ausgegeben wird (ist ja ein Gebrauchsgegenstand),dafür gibt der traditionsbewusste Japaner schon mal einen vierstelligen Betrag aus. Und der Referent im Übrigen auch. Entsprechende Schalen konnte man im Anschluss auch in den KEIKO-Regalen bewundern – teilweise auch sehr alte Stücke.
Geschäftsführer Markus Hastenpflug führte um 14 Uhr durch das Thema „Benifuuki – der Catechintee“. Dieser besondere Grüntee weist den höchsten Gehalt am Polyphenol (also Pflanzenwirkstoff) namens Epigallocatechingallat (EGCG) auf. Diesem EGCG werden viele positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben, was auch Gegenstand von einzelnen Studien ist. Seine antiallergische Wirkung ist besonders hervorzuheben – allerdings muss dann auch ausreichend Benifuuki getrunken werden. Was beim Matcha automatisch geschieht, da er als Pulver „komplett“ getrunken wird, kann man auch beim Benifuuki oder Shincha erreichen, weswegen die Weiterverarbeitung des mehrfach aufgegossenen Tees, also dem „Grünzeug“, zu einem Pesto anzuraten ist. Besonders lebendig wurde der Vortrag durch Impressionen und Schilderungen von der kürzlich angetretenen Reise einer kleinen KEIKO-Delegation zu den Teeplantagen in Südjapan.
Um 15 Uhr referierte dann Dr. Benno Zimmermann vom Institut Kurz, das nicht nur Tee sondern auch andere Lebensmittel analysiert. Mit viel Erfahrung beleuchtete er umfassend die gesundheitsrelevanten Aspekte des Tees. Die Zuhörer konnten für sich mitnehmen, dass sich der Genuss von grünem wie schwarzem Tee über Jahrzehnte lohnt, aber auch dass man als Akademiker mit (teils) originellen und eher anstrengenden Nachfragen souverän umgehen kann – wenn die im Erdgeschoss angebotene Shiatsu-Massage auch nicht mehr Abhilfe schafft.
Abgerundet wurde der stimmungsvolle Samstag um 17 Uhr mit einem Konzert von Yuko Nakamura, die im Kimono einen traurig schönen Liederzyklus der vier Jahreszeiten vortrug. Um die innere Reise nach Japan abzuschließen, endete das Festival um 18 Uhr mit einer klassischen japanischen Teezeremonie.


Fazit: Für Grüntee-Fans ist das Festival ein absolutes Muss! Ob Workshop oder Vortrag – immer treffen unverkrampftes Fachwissen, Leidenschaft und eine gute Organisation des Events zusammen. Der kleine Rabatt im eigenen Shop lädt ein, sich einen Vorrat, nicht nur an Shincha, anzulegen.
Das Angebot an japanischer Teekeramik für jeden Geldbeutel sucht seinesgleichen.


Wie ich in den nächsten Wochen ein gelungenes Grüntee-Pesto kreiere, werde ich hier in den nächsten Monaten verraten!
Oliver Konietzko

Sonntag, 3. Mai 2015

TeeV-Tipps im Mai

Hier wieder die TEEv-Tipps für den Mai 2015 - gute Unterhaltung!
 
03.05., 18.45 Uhr, EinsFestival (Wdh. 05.05., 10.00 Uhr)
Theresas Küche - Kochen mit Freunden: Köstlichkeiten zum Tee
Theresa feiert gemeinsam mit Freunden eine stilvolle Vintage Tea Party. Dabei dürfen süße Kuchen, Kekse und herzhafte Sandwiches nicht fehlen. In ihrer Küche zeigt die junge Foodbloggerin, wie man einen fruchtigen Orangenkuchen zubereitet und klassische Cupcakes mit Roter Bete veredelt. Die Sandwiches füllt Theresa mit einer raffinierten Frischkäsecreme, Eiersalat, Räucherlachs, Gurken und Radieschen. Serviert werden die leckeren Snacks im alten Festsaal des Jorker Fährhauses Kirschenland. Dort wird an einer nostalgisch und glamourös gedeckten Tafel geschlemmt und zu Swing-Musik der 30er Jahre das Tanzbein geschwungen.

Tipp des Monats
09.05., 08.25 Uhr, ZDFneo
Auf den Spuren des Tees
Abenteurer und Journalist Simon Reeve begibt sich in den Osten Afrikas, um die Geschichte des Lieblingsgetränks der Weltbevölkerungen aufzudecken: Tee. Während Millionen Tassen jeden Tag konsumiert werden, wissen die wenigsten, woher der Tee eigentlich kommt. Die überraschende Antwort ist, dass die meisten Blätter, welche den Weg in unseren täglichen Teebeutel finden, nicht aus Indien oder China stammen. Denn der tägliche Teegenuss wird maßgeblich durch eine Auktion in der Küstenstadt Mombasa, Kenia, ermöglicht. Von hier aus folgt Simon Reeve dem Teepfad durch die epischen Landschaften Kenias und Ugandas. Er trifft einige der Millionen Menschen, die unseren Tee anbauen, ernten und exportieren. Sowohl mit den Viehhirten der Massai als auch mit den Nachkommen der ersten Teeanbauer trinkt er eben jenes so beliebte Getränk. Hierbei erfährt er, dass selbst diese boomende Industrie nicht vor den allgemeinen Problemen des Kontinents gefeit ist: Armut, geringe Löhne und Kinderarbeit.

12.05., 19.00 Uhr, VOX
Das perfekte Dinner
Sven, 24 Jahre: Aperitif: Grüntee-Granate Vorspeise: Zweierlei Filo-Zigarren Hauptspeise: Gefüllte Makrele mit Nussreis und Möhren-Orangen-Salat Nachspeise: Pistazien-Mandel-Eis und Baklava.

22.05., 22.30 Uhr, phoenix
makro: Indonesien - Reifeprüfung für ein Riesenland
In den vergangenen Jahren übertraf Indonesiens Wirtschaftswachstum mit rund sechs Prozent alle Erwartungen. Fast unbemerkt hat sich der größte muslimische Staat der Welt im Schatten von Brasilien, Indien und Südafrika vom Entwicklungs- zum Schwellenland gemausert. Grundlage sind reiche Rohstoffvorkommen: Erdgas, Kohle, Gewürze, Tee, Kautschuk.
 
22.05., 20.15 Uhr, hr
London - 5 Tage in einer der großartigsten Städte der Welt
London ist eine der schillerndsten Städte der Welt. [...] Von Steven Twining, einem Nachfahren des berühmten Importeurs, ist zu erfahren, warum ausgerechnet Tee das Nationalgetränk der Briten ist.

23.05., 17.00 Uhr, SWR
Lissabon, da will ich hin!
[...] Michael trifft auch Susanna Felicidade. Sie hat aus einer alten Apotheke ein Restaurant gemacht, in dem die Suppe in Spritzen serviert und Paracetamol als Cocktail verabreicht wird. Catarina Portas schließlich betreibt in einer ehemaligen Fliesenfabrik einen Laden, in dem man ausschließlich Produkte made in Portugal kaufen kann. Von Tee von den Azoren über traditionelle Seife und Düfte bis zu unverwechselbarem Porzellan. Für Urlauber auf Souvenirjagd eine große Wundertüte.
 
23.05., 18.00 Uhr, MDR
Ostwärts: Ostalgie an der Russischen Riviera
Der Lada tuckert voll bepackt Richtung Norden. Entlang der Küste kommt Julia an den Sehnsuchtsorten der ehemaligen DDR-Bürger vorbei. Was Rimini für die Wessis, war den Ossis Sotschi. Nicht umsonst heißt die Küste hier Russische Riviera. Doch es ist Herbst geworden: Die Hochsaison ist lange vorbei und es tummeln sich nur noch Sanatoriumsgäste an den Stränden. In Solochaul hatte vor gut hundert Jahren ein Visionär eine Idee: Er pflanzte ein paar aus Georgien mitgebrachte Teekrümel an. Bis heute die nördlichste Teeplantage der Welt. Der Tee trinkt sich am besten grün und mit einem Löffel Kastanienblütenhonig.

Have a "Cup Of Brown Joy" - Elemental

Freitag, 13. Februar 2015

T(ee)V-Tipps für den Februar 2015

Liebe Teefreunde,
hier wieder die Tee-TV-Tipps für den Monat Februar.
Viel Spaß beim Zusehen!


05.02., 15.15 Uhr, rbb
Mit dem Zug durch Indiens Blaue Berge
Im Südwesten des indischen Subkontinents beeindrucken die Nilgiris, die "Blauen Berge", durch ihre unberührte, wildromantische Landschaft. Auf einer Höhe von mehr als 2.000 Metern ist es im Sommer angenehm kühl. Hier leben noch wilde Elefanten und Wasserbüffel. Dank der hohen Niederschlagsmenge gedeihen Teebüsche in den weiten Gebirgstälern besonders gut. Herrliche Teeplantagen prägen daher das Bild der Nilgiris. Früher wurde der Tee mit der Nilgiri Mountain Railway abtransportiert. Doch hauptsächlich wurde die Strecke für britische Kolonialherren und indische Adlige gebaut.

06.02., 15.15 Uhr, VOX
Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi?
Dirk, 69 Jahre: 'FUSION NOT CONFUSION' Aperitif: Sphäre mit gefriergetrockneten Himbeeren & Cava Rosé Vorspeise: auf schwarzem Tee geräucherter Hummer, Pak Choi, Togarashipfeffer, Koriander-Sabayon Hauptspeise: '32 Stunden sous-vide' gegarte Duroc Schweinerei, asiatischer Lack, Misomajonaise, Kruste & Brösel vom Schwein, Shisokresse, Wassermelone, Tandoori Gewürz & Thaibasilikum Nachspeise: Schokoladenmalheur, Raz-el-Hanout Schaum & Kombucha-Ingwer Sorbet

20.02., 10.50 Uhr, arte
Reisen für Genießer: Portugal - Lissabon
Die jahrhundertealte Seefahrertradition Portugals hat den Reichtum des Landes begründet. Architektonisch findet sie ihren Widerhall im Manuelinischen Stil, ganz besonders im Lissaboner Stadtteil Belém. Die Liebe der Portugiesen zu Gewürzen, Pfeffer, Zimt und Kaffee zeugt noch immer von der glorreichen Vergangenheit. Ein besonderer Meilenstein in der kulinarischen Geschichte des Landes war die Ankunft des "Chai" aus Indien im Hafen von Lissabon. Diese wurden schon bald in ganz Europa zum Exportschlager - unter der Bezeichnung "Tee", da die Kisten mit dem Buchstaben "T" für "Transport" versehen waren.

Tipp des Monats
24.02., 16.15 Uhr, EinsFestival (Wdh. 25.02., 06.25 Uhr)
Bitterer Tee
Tee - das beliebteste Getränk der Welt. Früher Luxusprodukt, heute ist er in jedem Discounter günstig zu haben. Nahezu unberührt von neuen Getränketrends steigt sein Verbrauch in Deutschland stetig an. Tee sei gesund und mache fit, sagt man. Doch hält das Image der Wirklichkeit stand? NDR Autor Michael Höft fragt nach. Seine Recherchetour beginnt im Supermarkt und führt ihn bis nach Kenia, dem inzwischen größten Teeproduzenten der Welt.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Guten Rutsch! Alles Gute für das Jahr 2015

Liebe Teefreunde,
liebe Leser und
liebe Unterstützer von Ziehzeit,

es ist wieder so weit: Ein bewegtes Jahr geht zu Ende! Wir konnten gemeinsam viele neue Tees entdecken, uns an der Qualität von bekannten, alt vertrauten Tees erfreuen und auch die ein oder andere flüssige Enttäuschung erleben.
Fazit bleibt: Tee ist ein verlässlicher Partner, der uns nicht enttäuscht!



















Partner ist auch ein gutes Stichwort, um mich bei den vielen Lesern, Teilnehmern der Tee-Seminare und den unzähligen Unterstützern – in welcher Form auch immer - zu bedanken.
Stellvertretend seien hier erwähnt:

Gerhard Biel und das Teekontor Nordfriesland, Familie Hartleib und das Tee Kontor Kiel, Henning Schmidt und der Hamburger Teespeicher, Familie Hornschu und das Küchenhaus Hornschu, Die Weltläden in Hessen und Cristina Pflaum aus Marburg, El Puente und Jannika Froch, Sabine Stübner von der Firma aiya, die Universität Marburg, Marianne Aselmann, TeeGschwendner Kassel und Klaus Frawley, die Firmen Gepa, dwp eG sowie Dethlefsen&Balk. Ferner Helmut Plate von der EssensArt für den tollen Bericht.
All diejenigen, die ich hier vergessen haben sollte, mögen es mir verzeihen. Auch bei ihnen bedanke ich mich sehr herzlich!
Ich wünsche Ihnen / Euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2015!
Mögen sich Ihre Projekte und Wünsche realisieren lassen und vergessen wir am Ende nicht die, die uns dieses wunderbare Getränk erzeugen und (fast) schenken und immer noch viel zu wenig dafür bekommen! Möge sich auch das in 2015 ändern!
Wir alle können durch unser Konsum-Verhalten dazu beitragen.



Herzliche Grüße

Ihr Bert Frieder Boege


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Im nächsten Jahr wünsche ich mir vom Christkind:
- Geduld
- Tesa-Film, der nur da klebt, wo er kleben soll....
- Preisschilder, die man genauso schnell ab- wie aufkleben kann ...
- Hände, die keine fünf Daumen haben ...
- Geduld
- Scheren, die schneiden ...
- ein große, gerade Arbeitsfläche ...
- Geduld
- Fingerfertigkeit
- Tai Ginseng (damit ich mir merken kann, wo ich welches Geschenk verpackt habe)
und ein kleines bischen Geduld!



Und in diesem Jahr wünsche ich allen Freunden und Lesern
von Ziehzeit ein schönes Weihnachtsfest!

Feiert mit euren Lieben und denkt an all diejenigen, die sich nicht mit solchen Luxus-Problemen herumschlagen dürfen....

Euer Bert Frieder Boege