Dienstag, 15. April 2014

Notizen aus Darjeeling - Bilder einer Reise (2)

21.03.2013 - Freitag Weiterfahrt nach Goomtee/ Jungpana

Text und Fotos von Gerhard Biel (Teekontor NF) 

Jungpana

Die Sirene der Teepflückerinnen weckt mich, es wird langsam hell. Heute ist Abschied von Longview und Highlands. Alle schlafen noch, ich schaue mich draußen noch ein wenig um und mache die letzten Aufnahmen. Ich bekomme Tee, setzte mich nach draußen und genieße den wunderbaren Ausblick.



Einziger Minuspunkt auf der anderen Seite des Flusses ist ein großes Militärgebiet, auf dem heute morgen Krieg gespielt wird. Übung muß ja sein, aber ein wenig beklemmend ist das schon.
Ich bekomme Besuch von einem kleinen Hund, der mich schwanzwedeld anbettelt: Kraul mich, spiel mit mir! Das lass ich aber lieber, sonst werde ich Ihn nicht wieder los! Die Sonne steigt höher, es herrscht eine angenehme Temperatur, es gibt sicherlich gleich Frühstück. Ich bin immer noch alleine, mal sehen ob sich da oben etwas rührt. Ich gehe noch einmal den Hang entlang und entdecke einen Pampelmusenbaum, der tatsächlich noch große Früchte trägt. Zwei Lagen unten, die nehme ich mit in den Bungalow und übergab diese dem Personal. Es gibt Frühstück und wir werden noch mal zur Tea-Factory gefahren, wo zwei während der Nacht produzierte Teesorten nach unseren Wünschen angefertigt wurden. Sehr gut gemachter Tee, wie wir finden, nun muss er noch reifen, wie uns mitgeteilt wird, wir sollen ihn noch mal am nächsten Tag probieren. Nun folgte noch eine Gemeinschaftsaufnahme mit der gesamten Geschäftsführung und wir werden, nachdem unsere Sachen im Auto verstaut sind, verabschiedet.







Ein Jeep bringt uns nun auf ganz neu ausgebauter Straße die Berge hinauf bis zur Abzweigung Richtung Plantage Goom und Jungpana. Von da ab wird die Straße wieder ganz schlecht. Überall wird an der Straße gebaut und ausgebessert, doch so schnell wie diese wieder kaputtgefahren wird, kommen die Ausbesserungen nicht hinterher.

In Serpentinen auf ausgebesserten, auszubessernden und Gleisen der Darjeelingbahn geht es zu der Plantage Goom. Dort angekommen, werden wir freundlich empfangen und in den Gäste-Bungalow geführt. Ein Traum von Bungalow, mit Garten, Blumen, und ganz toller Einrichtung. Alles ist penibel ordentlich, sauber und gepflegt. Wir dürfen frisch geerntete Teesorten probieren und wollten dann anschließend noch die Plantage Jungpana besuchen. Mit einem Auto werden wir auf Teeplantagen-Serpentinen, die nicht enden wollen, zum Fuß der Teefabrik gefahren. Wir sind ja schon vorgewarnt, das es ca. 500 Stufen bis zur Teefabrik hinauf gehen würde, haben uns aber bei weitem nicht vorstellen können, was das für eine Anstrengung werden würde!
 



500 Stufen fast senkrecht nach oben, in Serpentinen links und rechts herum, was für eine Anstrengung. Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber mir kam es viel mehr vor. Gut wir sind nun nicht geübte Bergsteiger, aber Hut ab! Einige der Leute, die dort oben arbeiten, erzählen, dass Sie vier mal diese Strecke am Tag zurücklegen. Als Entschädigung nach einer großen Verschnaufpause, dürfen wir dafür die neuesten Teepflückungen probieren.Die Zeit drängt: Wir wollen noch weiter zur Plantage Orange Valley fahren. Nicht, bevor wir die gleichen Stufen wieder hinuntergeklettert und mit dem Jeep die Plantagen-Serpentinen wieder hinauf zur Goomplantage gefahren sind und ein fürstliches Essen als Abschied bekommen.





Goomtee

Anschließend geht es die gleiche schlechte Straße wieder zurück, Richtung Darjeeling, nur diesmal die Bergstraße hinauf. Kurz vor Darjeeling Stadt geht es dann linkerhand auf der Plantagenstraße zur Teefabrik steil hinab. Was für eine Straße, wenn man den mit Felssteinen befestigten Weg überhaupt Straße nennen kann! Endlos lang, mit dauernden Serpentinen, steil rutschig, holperig und schmal. Es ist inzwischen dunkel geworden, und so sieht man nur sehr wenig von der halsbrecherischen Holperfahrt. Aber das, was man sieht und spürt ist schon schlimm genug. Der Weg will überhaupt nicht enden, als wir nach ca. 500 m Hohenunterschied endlich den Manager-Bungalow erreichen.

Es ist kalt, wir sind durchgeschüttelt, wir sind müde. Sachen auspacken, unsere Zimmer sind schon vorbereitet, danach frisch machen. Wieder werden wir herzlichst empfangen und haben viel zu erzählen auf vieel Fragen, wovon ich das Wenigste - wenn nicht gerade mal auf English gesprochen wird - verstehe. Es gibt Süßigkeiten, Knabberkram, Saft und Whisky. Dann folgt ein fürstliches Abendbrot aus lauter Vegetarischen Leckereien, so kann ich das nur beschreiben, weil ich die meisten Gerichte noch nicht kenne.. Es schmeckt jedenfalls himmlisch, an einem geschmackvoll gedeckten großen Tisch sitzen wir, wie eine große Familie. Die Hausherrin sprüht nur so von fröhlicher Herzlichkeit, die uns alle in Ihren Bann zieht.




Weiter geht´s in Kürze mit: Orange Valley ...

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