Dienstag, 19. Januar 2010

Entstehung des "Langnasen-Tees" / Oolong (Taiwan) - Teil 3

Liebe Leser, hier nun der letzte Teil der Entstehungsgeschichte unseres "Langnasen-Oolongs" (wobei "Langnase" als Begriff für Europäer zu verstehen ist). Geschildert wird die aufwendige Produktion dieses halb-fermentierten Tees - ein besonderer Genuss. Vorbehalten blieb dieses einmalige Erlebnis einer schweizer Tee-Reise-Gruppe, die den Tee-Hersteller in Taiwan besuchen durfte. Alle drei Teile finden Sie unter dem Label "Tee-Herstellung".

Gegen 5:30 Uhr

… geht es weiter mit unserer Teeproduktion. Der Tee wird abermals einer Riechprüfung unterzogen (nun mit Honig-Melasse-Duft) und der Meister gibt sein „ok“ für die weitere Verarbeitung. Die Fermentation ist abgeschlossen.










6:00 Uhr
7 minütiges Erhitzen der Blätter auf 160°C in großen Metalltrommeln








6:15 Uhr
Erstes Rollen beginnt in einer Art Press-Rollbewegung durch eine Maschine. Das soll den Tee weiter komprimieren. Der Tee ist jetzt schon leicht streifenförmig











7:00 Uhr
Trocknen über Förderbänder in einer Heißluftmaschine. An dieser Stelle hätte man bereits einen Bao Zhong Oolong. Unser Tee soll aber noch weiter verarbeitet werden so dass er lagerfähiger wird und noch einen interessanteren Geschmacksumfang entwickelt.















9:00 Uhr - 48kg / 4 Fußball große Kugeln
Der Tee wird nun auf 4 Säcke verteilt und erst grob manuell, dann mit einer speziellen Presse zu einer Fußball großen Kugel gepresst










In einer weiteren Presse werden die Kugeln in einer ständigen Rollbewegung ca. 20 min gepresst. Nach dem 20 minütigen Rollvorgang kommt der Tee in eine weitere Erhitzungstrommel, die aber nur noch lediglich 30-40°C aufweist. Der Tee soll sich hier zwischen den oben beschriebenen Rollvorgängen (bis zu 20-mal) entspannen und nochmals Feuchtigkeit verlieren.

10:30 Uhr – 24 kg tollster Mingjian-„Langnasen-Oolong“
Der Tee hat durch das abschließende Rollen und Erwärmen nochmals die Hälfte seines Gewichts verloren. Der Tee ist jetzt fertig. Um unseren Tee aber noch einen besonderen Schliff zu geben und ihn von den anderen Tees weiter abzuheben, wird der Tee im Anschluss noch nach Taipeh zu einem Teemeister gebracht der ihn einer Röstung unterzieht.










Danach erfolgt der Versand nach Deutschland/Schweiz.

Diese Beschreibung sollte, wie bereits gesagt, erst einmal einen Eindruck der Teeherstellung vermitteln und aufzeigen, wieviel Können, Geschick, Schweiß, Herzblut und Ausdauer bei einer solchen Produktion dahinter stehen muss, um schließlich unser liebstes Getränk in den Händen halten zu können.

Eine schöne Tasse Tee wünsche ich allen Lesern.
Jörg Mühlfeld

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